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Meine kleine Buddelschiffs-Werft

Naja, eigentlich versteht man unter einer Werft etwas anderes. Sie liegt am Wasser, es sind große Hallen vorhanden, es ragen schwere Kräne in den Himmel und es wird geflext und geschweißt. - Das ist bei mir ein wenig anders. Meine Werft, oder wie Ina Koys in ihrem Buch über die Eye schreibt "basement-shipyard" liegt nach außen hin völlig unsichtbar im Keller unseres Hauses. Ich habe mir da sogar einmal einen Heizkörper reinbauen lassen, so dass ich es auch im Winter schön warm habe.

Frankys KellerwerftFrankys Kellerwerft

Der Haupt-Arbeitsbereich ist meine Werkbank. Hier liegen immer viele kleine Werkzeuge herum, die zum Bau der Modelle und zum "Einbuddeln" notwendig sind. Außerdem stehen meist mehrere Flaschen, Schiffsmodelle oder Teile davon herum. Ganz wichtig ist mein guter alter Schlepptop. Damit schaue ich mir die Bilder der Schiffe an, um so nah am Original, wie möglich arbeiten zu können. Ich zeichne mir zwar auf dem PC für jedes Modell einen Bauplan, aber der dient meist nur dazu, die Dimensionen aufs Material übertragen zu können. Die Details hole ich mir von Fotos, die ich entweder selber von den Schiffen gemacht habe, oder aus den Weiten des Internet gefischt habe. - Ach ja, und ein Außenlager habe ich auch noch:

Frankys HolzlagerFrankys Holzlager

Hier- das ist eigentlich unser Fahrradschuppen - lagert das Holz für die Schiffsrümpfe. Ich habe mir aus dem Wald mal einen Erlenstamm geholt, aus dem die Rümpfe geschnitzt werden. Es war gar nicht so einfach, einen Baum zu finden, in dem Schiffsrümpfe enthalten sind.... Naja, auf jeden Fall liegt das Holz hier schön trocken.

4-Mast-Bark PAMIR - Bau-Nr. 127 - Stapellauf 30. Januar 2024

 

Dies ist nach langer Zeit mal ein echtes Herzensprojekt. Schon als Kind hatte es mir die PAMIR angetan. Mein Großvater erzählte mir oft von diesem tollen Segelschiff, dem wohl schönsten der ganzen Welt und was für ein Jammer das war, als sie 1957 in einen Hurricane unterging und damit die ganze Ära der Frachtsegler für immer zu beenden schien. Dazu muss man sagen, dass einer der Überlabenden, Hans-Georg Wirth bei uns in Leer in der Nachbarschaft wohnte, was es zu etwas Persönlichem machte.

Der Impuls zum Bau der PAMIR kam, als ich auf einem Flohmarkt diese tolle Flasche käuflich erwarb - da musste sie rein. Aber bevor ich mit dem Bau begann, habe ich alles an Literatur gewälzt, was es zur PAMIR gab. Inklusive die beiden Bücher eines der Überlebenden Karl-Otto Dummer, sowie den Film, der den Untergang mit der russischen SEDOV als "Filmdouble" in Bildern beschreibt. Zu guter Letzt habe ich mir noch einen gebrauchten Bausatz gekauft. Von dem habe ich viele Maße und vor allem die Farbgebung abgeschaut, die auf alten Schwarzweißbildern nicht wirklich zu erkennen ist.

PAMIR

 

PAMIR

 

PAMIR

 

PAMIR

 

Hier ist noch eine kleine Diashow, die das "making-off" zeigt

 

 

 

 

Das Original

Die PAMIR war eine 1905 bei Blohm und Voss in Hamburg für die Reederei F. Laeiz gebaute 4-Mast-Bark. Der Tradition des Unternehmens gemäß wurde Sie auf den mit P beginnenden Namen PAMIR getauft. Sie war einer der durch ihre Zuverlässigkeit, hohe Geschwindigkeit und Sicherheit legendären Flying-P-Liner, die z. B. 1932 die Weizenregatta, einer Wettfahrt von Großseglern von Australien nach Europa, gewann. 1949 umrundete sie als letzter Windjammer ohne Hilfsmotor das gefüchtete Kap Horn. Die PAMIR und die PASSAT, ebenfalls eine 4-Mast-Bark, waren die letzten mit Fracht segelnden Windjammer unter Deutscher Flagge.

Letzter Heimathafen: Lübeck    Eigner: F. Laeisz    Baujahr: 1905    Letzter Kapitän: Johannes Diebitsch
Länge (ü.a.): 114m    Breite: 14,14m    Segelfläche: 3600m²

Dieses Bild stammt aus dem Buch Das Schicksal der Pamir von Jens Jensen

Am 21. September 1957 geriet sie im Atlantik in der Nähe der Azoren in einen starken Hurrikan, bekam Schlagseite, die durch die übergehende Getreideladung noch verstärkt wurde, kenterte komplett durch und sank innerhalb von einer halben Stunde. Von den 86 Besatzungsmitgliedern, darunter viele junge Seekadetten und der Kapitän Johannes Diebitsch, überlebten nur die 6 Besatzungsmitglieder Klaus Fredrichs, Karl-Otto Dummer, Günter Hasselbach, Karl-Heinz Kraaz, Volker Anders und Hans-Georg Wirth. Das einzige geborgene Rettungsboot der PAMIR  ist in der St. Jakobikirche in Lübeck ausgestellt.

Infos dazu findet man auch unter
https://segelschiff-pamir.de/dieueberlebenden/