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meine aktuellen Buddelschiffe aus 2015

Wie schon gesagt, hat es mich nach 30 Jahren "Flaute" wieder gepackt. Der Auslöser war ein Buddelschiff im Harener Schifffahrtsmuseum, bei dem ein Segel abgerissen war. Ich nahm es mit nach hause, um es zu reparieren. Und dann dachte ich mir: Wenn es schon so viel Spaß macht ein Buddelschiff, dass nicht einmal von Dir ist, zu reparieren, dann muss es noch viel mehr Spaß machen, wieder welche zu bauen.

Gesagt - getan: Am 28. Januar 2015 war mein erster Stapellauf: Schoner Regina Maris

Schoner REGINA MARISSchoner REGINA MARIS

Und wenn man schon mal angefangen hat, dann kann man auch schlecht wieder aufhören - ich glaube Raucher wissen, was ich meine...

Die Bark "Artemis" läuft am 3. Februar 2015 vom Stapel.

Bark ARTEMISBark ARTEMIS

Am 10. Februar 2015 lief der 2-Mast-Topsegelschoner "´J.R.Tolkien" (NL) vom Stapel. Er führt hier allerdings die deutsche Flagge, weil ich ihn mit einem deutsch Namen versehen habe. (das wird ein kleines Präsent)

Toppsegelschoner TOLKIENToppsegelschoner TOLKIEN

 

Am 18. März 2015 lief die holländische Barkentine "Atlantis" vom Stapel. Leider ist sie mittlerweile ein wenig zurückgetakelt worden. Das Gaffelrigg am Großmast wurde entfernt. Der Großmast dient nur noch zum Halten der Stagsegel davor und dahinter. Vermutlich lassen sich die Segel leichter setzen und vor allem mit weniger Manpower bewältigen. Schließlich ist das ein Ausflugsschiff, auf dem man Segeltörns buchen kann und soll natürlich Gewinn einfahren.

Barkentine ATLANTISBarkentine ATLANTIS

 

Am 25. März 2015 lief der holländische Schoner "Eldorado" vom Stapel

Schoner ELDORADOSchoner ELDORADO

 

Am 25. April, einem herrlich verregneten Sonntag, lief die 2-Mast-Schoneryacht "Skythia" vom Stapel

Schoneryacht SKYTHIASchoneryacht SKYTHIA

 

Am 1. Juni - wieder mal Schietwetter - lief die Brigg "Eye of the Wind" vom Stapel

Brigg EYE OF THE WINDBrigg EYE OF THE WIND

Hier gehts übrigens zur echten Eye!

am 7. Juni lief in meiner kleinen Kellerwerkstatt die Nr. 64, die "Red Lady" vom Stapel. Sie ist im Wesentlichen der Skythia (Nr. 62) nachempfunden, aber dann doch ein wenig modifiziert worden.

Testschiff RED LADYTestschiff RED LADY

Am 3. Juni auf dem Zeltplatz Spiekeroog vom Stapel gelaufen die Nr. 65 das Federschiff "Spieki"
Klar erreicht das nicht die sonstige Qualität, aber es war ein Spaß ohne Werkzeug!

Federschiff SPIEKI IFederschiff SPIEKI I

Am 4. Juni ebenfalls auf dem Zeltplatz Spiekeroog lief  die Nr. 66, das Treibholzschiff "Spieki 2" vom Stapel. Auch dies ist als Versuch zu sehen, ein Buddelschiff fast ganz ohne geeignetes Werkzeug zu bauen. Also mehr ein Spaß für mich und andere im Urlaub

Treibholzschiff SPIEKI IITreibholzschiff SPIEKI II

Am 20. Juli lief das Vollschiff MIR unter der Nr. 67 vom Stapel

Vollschiff MIRVollschiff MIR

Am 30. Juli lief die holländische Barkentine ATLANTIS unter der Bau-Nr. 68 vom Stapel. Das Schiff habe ich schon einmal gebaut (Nr. 60) unter dem Namen VLIELAND. Und weil mich das Schiff so beeindruckt hat, habe ich es jetzt noch einmal mit seinem originalen Namen gebaut.

Barkentine ATLANTISBarkentine ATLANTIS

Am 25. August lief die Norwegische Jagt "GRÖNLAND" unter der Bau-Nr. 79 auf meiner kleinen Kellerwerft vom Stapel. Das Schiff habe ich mir auf der Sail 2015 in Bremerhaven angeschaut und war davon sehr beeindruckt. Als sie mir beim Paddeln auf der Weser entgegenkam, war es um mich geschehen!

Nordische Jagt GRÖNLANDNordische Jagt GRÖNLAND

Am 28. August lief der holländische 2-Mast-Toppsegelschoner "Bisschop van Arkel" mit der
Bau-Nr. 70 vom Stapel. Auch dieses Schiff hat mich während eines Törns auf der J.R. Tolkien
sehr beeidruckt und wollte von mir gebaut werden!

Toppsegelschoner BISSCHOP VAN ARKELToppsegelschoner BISSCHOP VAN ARKEL

 

Am 3. September ist die chilenische Barkentine "ESMERALDA" mit der Bau-Nr. 71 vom Stapel gelaufen. Als ich in Bremerhaven die Sail-In beobachtet habe, ist die Esmeralda von ganz hinten vom Horizont unter Vollzeug bis mitten in die Parade auf ihren Platz gerauscht; Groß, weiß, majestätisch und unglaublich eindrucksvoll. Das Schiff musste ich einfach in einer Flasche verewigen, und erst recht nachdem ich einen Rundgang an Bord gemacht und mich mit einigen Besatzungsmitgliedern sehr nett unterhalten hatte.

4-Mast-Barkentine ELDORADO4-Mast-Barkentine ELDORADO

Heute, am 21. September 2015 fand bei mir in der "Werft" der Doppel-Stapellauf des 3-Mast-Marssegelschoners OOSTERSCHELDE und des 2-Mast-Toppsegelschoners AVATAR mit der Bau-NR. 72 statt. Beide Schiffe habe ich auf der Sail in Bremerhaven kennen gelernt und war von beiden sehr beeindruckt. Deshalb musste ich beide in einer Flasche verewigen. Beide Schiffe segeln unter NL-Flagge.

Toppsegelschoner OOSTERSCHELDE und 2-Mast-Toppsegelschoner AVATARToppsegelschoner OOSTERSCHELDE und 2-Mast-Toppsegelschoner AVATAR

4-Mast-Bark PAMIR - Bau-Nr. 127 - Stapellauf 30. Januar 2024

 

Dies ist nach langer Zeit mal ein echtes Herzensprojekt. Schon als Kind hatte es mir die PAMIR angetan. Mein Großvater erzählte mir oft von diesem tollen Segelschiff, dem wohl schönsten der ganzen Welt und was für ein Jammer das war, als sie 1957 in einen Hurricane unterging und damit die ganze Ära der Frachtsegler für immer zu beenden schien. Dazu muss man sagen, dass einer der Überlabenden, Hans-Georg Wirth bei uns in Leer in der Nachbarschaft wohnte, was es zu etwas Persönlichem machte.

Der Impuls zum Bau der PAMIR kam, als ich auf einem Flohmarkt diese tolle Flasche käuflich erwarb - da musste sie rein. Aber bevor ich mit dem Bau begann, habe ich alles an Literatur gewälzt, was es zur PAMIR gab. Inklusive die beiden Bücher eines der Überlebenden Karl-Otto Dummer, sowie den Film, der den Untergang mit der russischen SEDOV als "Filmdouble" in Bildern beschreibt. Zu guter Letzt habe ich mir noch einen gebrauchten Bausatz gekauft. Von dem habe ich viele Maße und vor allem die Farbgebung abgeschaut, die auf alten Schwarzweißbildern nicht wirklich zu erkennen ist.

PAMIR

 

PAMIR

 

PAMIR

 

PAMIR

 

Hier ist noch eine kleine Diashow, die das "making-off" zeigt

 

 

 

 

Das Original

Die PAMIR war eine 1905 bei Blohm und Voss in Hamburg für die Reederei F. Laeiz gebaute 4-Mast-Bark. Der Tradition des Unternehmens gemäß wurde Sie auf den mit P beginnenden Namen PAMIR getauft. Sie war einer der durch ihre Zuverlässigkeit, hohe Geschwindigkeit und Sicherheit legendären Flying-P-Liner, die z. B. 1932 die Weizenregatta, einer Wettfahrt von Großseglern von Australien nach Europa, gewann. 1949 umrundete sie als letzter Windjammer ohne Hilfsmotor das gefüchtete Kap Horn. Die PAMIR und die PASSAT, ebenfalls eine 4-Mast-Bark, waren die letzten mit Fracht segelnden Windjammer unter Deutscher Flagge.

Letzter Heimathafen: Lübeck    Eigner: F. Laeisz    Baujahr: 1905    Letzter Kapitän: Johannes Diebitsch
Länge (ü.a.): 114m    Breite: 14,14m    Segelfläche: 3600m²

Dieses Bild stammt aus dem Buch Das Schicksal der Pamir von Jens Jensen

Am 21. September 1957 geriet sie im Atlantik in der Nähe der Azoren in einen starken Hurrikan, bekam Schlagseite, die durch die übergehende Getreideladung noch verstärkt wurde, kenterte komplett durch und sank innerhalb von einer halben Stunde. Von den 86 Besatzungsmitgliedern, darunter viele junge Seekadetten und der Kapitän Johannes Diebitsch, überlebten nur die 6 Besatzungsmitglieder Klaus Fredrichs, Karl-Otto Dummer, Günter Hasselbach, Karl-Heinz Kraaz, Volker Anders und Hans-Georg Wirth. Das einzige geborgene Rettungsboot der PAMIR  ist in der St. Jakobikirche in Lübeck ausgestellt.

Infos dazu findet man auch unter
https://segelschiff-pamir.de/dieueberlebenden/